GELENKSARTHROSE
Primäre und sekundäre
Gelenksarthrose (ICD: M19.01 - M19.09)
Zunächst die gute Nachricht für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten. Danach hat ein Schmerzpatient das Recht in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden, er muß also nicht irgendeine der sonst üblicherweise angebotenen Rehabilitationen akzeptieren sondern kann unter Hinweis auf das Urteil gleich Widerspruch einlegen. Hier gelangen Sie zu dem Urteil (dieses gilt sinngemäß natürlich nicht nur für die Rentenversicherungen sondern auch für Krankenkassen), das mittlerweile rechtskräftig ist. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik
Manche Autoren verwenden statt Arth rose den Begriff "Gelen ksarth rose". Der Zusatz "Gelen k-" könnte eigentlich unterbleiben, da der Begriff "Arth rose" ohnehin vorwiegend degenerative Gelenkerkrankungen verschiedenster Ursache bezeichnet.
Unglaublich aber wahr:
Die Gelenksarthrose ist zunächst eine Erkrankung des Gelenkknorpels, im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Umbildung des knorpelnahen Knochen s, einhergehend mit Schmerz en, Schwellungen, Bewegung seinschränkung und Deformierung der Gelenke. Zunächst bestehen nur Bewegungsschmerzen und später tritt ein Ruheschmerz hinzu.
Das Risiko, eine Gelenksarthrose zu bekommen, ist sehr hoch, vor allem im Alter. Bei über 70-jährigen Menschen ist bereits zu 80% eine Gelen ksarth rose vorhanden, während nur 4% der 20-jährigen eine Gelen ksarth rose haben, Frauen sind häufiger betroffen.
Man unterscheidet bei der Gelenksarthrose zwei Formen:
1. Primäre Gelenksarthrose. Darunter versteht man eine Eigenerkrankung des Gelen ks in Form einer anlagebedingten Minderwertigkeit des Gelenkknorpels ohne Vorerkrankung. Die Ursache ist nicht bekannt.
2.
Sekundäre Gelenksarthrose
nach Vorerkrankungen. Typische Vorerkrankungen sind z.B. die
rheumatoide Arthritis
(=
Gelenkentzündung),
kongenitale Luxationen
(= angeborene
Gelenkausrenkungen), Frakturen
(= Brüche)
gelenknaher Kn
ochen (posttraumatische
Gelenksarthrose), id
iopathische (=
ohne erkennbare Ursache entstandene)
Nekrosen (= örtlicher
Gewebstod) des Gelenkkopfes,
Überlastungen (Kniegelenk
e beim Fliesenleger), aber auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der
Beine (X- oder O-
Beine) oder
vorausgegangene
Gelenksentzündungen
(Arthritis).
Zur Prävention (=
Vorbeugung) einer
Gelen
ksarth
rose
sollten deshalb bei Fehlbelastungen präarthrotische
(= einer Gelenksarthrose
vorausgehenden, eine Gelenksarthrose begünstigende)
Deformitäten (= Fehlbildungen)
beseitigt werden.
Bei der deformierenden
(= verunstaltenden)
Gelen
k
arth rose
(Arthrosis
deformans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde
Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und
Belastbarkeit. Betroffen sind vor allem das
Hüftgelenk
und
Kniegelenk.
Eine Gelen
ksarth
rose
der
Unkovertebralgelenke
(= "Halbgelenke" an
der Halswir
belsäule
Eine Gelenksarthrose der kleinen Wir bel gelenke hpts. im Lenden bereich kann Rückenschmerzen verursachen. Man spricht dann von einem sog. Facetten-Syndrom.
In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der schmerzhaften Gelen ksarth rose große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:
Die Behandlung mit Hyaluronsäure hat sich als wirksame Therapie bei von Arth rose befallenen Gelen ken etabliert. Speziell für die Behandlung der kleinen Synovialgelenke (= echtes Gelen k, also mit Gelenkspalt, Gelenkkapsel und Gelenkschmiere) gibt es eine Mini-Fertigspritze (1 ml Natriumhyaluronat). Nach entsprechenden Studien zeigte sich, daß auch eine Kombination aus Glucoseamin und Chondroitinsulfat hilfreich ist, das entsprechende Arzneimittel in klinisch wirksamer Dosierung ist in Deutschland unter dem Namen Artvitum® in Apotheken verfügbar ist.
Nicht wenige Patienten mit einem Schmerz aufgrund einer Gelen ksarth rose kommen zum Schmerztherapeut, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne, spezielle Schmerztherapie verfügt gerade bei Gelenksarthrose über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.
Medikamentöse Schmerzbehandlung:
Akut (= plötzlich
einsetzend, heftig) und subakut
(= eher schleichend
verlaufend) können bei arth rosebedingten
Schmerzen
zunächst (vorwiegend) peripher wirkende
Analgetika
(=
Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken)
eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika
(= Rheumamittel),
aus dieser Gruppe möglichst
langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und
auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®)
oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit
einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer
Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch
vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Zu dieser Gruppe gehört auch Lumiracoxib (Prexige®).
Dieses Medikament soll sich in der Synovia
(= schleimhaltige,
fadenziehende
Gelenk
flüssigkeit bzw.
Gelenk
schmiere)
anreichern und deshalb für die
Schmerztherapie bei
Arth
rose
besonders geeignet sein.
Bei stärkeren schmerzhaften
Muskel
verspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung)
(z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden.
Manchmal sind aber die
Schmerz
zustände bei Arth
rose nur mit zentralwirkenden
Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N® oder sogar Morphin)
(= im Gehirn bzw.
Rücken
mark wirkende
Schmerzmittel) beherrschbar.
Grundsätzlich sollte aber eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der
Gefahr der Gewöhnung oder gar
Schmerzmittelabhängigkeit
vermieden werden.
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden
Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression,
aber auch bei chronischen
Arthroseschmerzen
wirksam) (z.B. Doxepin,
Maprotilin) hilft in vielen Fällen
Schmerzmittel
einzusparen.
Therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw.
Lokalanästhetika):
Bei einem anhaltenden
Schmerz aufgrund
einer Arth
rose sollten rechtzeitig alternative Methoden
eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder
Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden
Lokalanästhetikum
(= örtlichen Betäubungsmittel)
(z.B.
Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und
Nervenblockaden. Dabei werden die schmerzhaften
Gelenk
e wiederholt (stationär bei uns zweimal täglich) großzügig
perikapsulär (= um
die Gelenkkapsel herum) infiltriert.
Schmerzhafte
Gelenke können auch
mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer"
Grundeinstellung sehr entgegen kommt.
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte
Nerven
- bzw. Leitungsblockaden in Frage, in hartnäckigen Fällen auch
kontinuierlich mit Katheter*.
|
Nerven und |
|
|
Nervengeflechte: |
zugehörige Gelen ke: |
|
---------------------------- |
-------------------------------------------- |
|
Plexus brachialis: |
Ellenbogen, Hand - und Finger-gelenk e, mit der retrograd hohen Variante**, oder auch interskalenär***, kann auch das Schultergelenk erreicht werden |
|
Plexus lumbalis
(mittels |
|
** Einpflanzung am Oberarm und Abstauung während der Katheterfüllung, *** Einpflanzung des Katheters im unteren, seitlichen Halsbereich
Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei einem stärkeren Schmerz durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) überhaupt erst möglich werden. Diese Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei Gelen ksarth rose nicht nur symptomatisch (= nicht nur auf den Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend). Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs.
Aktuell schreibt die Deutsche Arth
rose-Hilfe
e.V. dazu:
" Was tun gegen
Arth
rose
in der Hü
fte? Schmer
zen in der
Hüfte
können in vielen Fällen auf
Durchblutungsstörungen hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen
des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere
Art
hrose
des
Hüftgelenk
s."
* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche, intensive, längerfristige Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.
Physikalische
Schmerztherapie:
Neuerdings führen wir bei Arth rose zusätzlich mit gutem Erfolg
die SynOpsis-Therapie durch. Die
Unterschenkel des
Pat. befinden sich dabei in einem mit Wasser gefüllten Gefäß. Über einen
Computer werden der Flüssigkeit Schallwellen einer bestimmten Frequenz
pulssynchron (= in
Abhängigkeit vom Pulsschlag)
zugeführt. Es handelt sich dabei um ein sog. syncardiales
(= im Takt mit dem Pulsschlag) Gefäßtraining, das zu einer
erheblichen Durchblutungssteigerung führt und diese ja wirkt einer Arth
rose kausal (=
ursächlich) entgegen.
Mehr über diese Therapie erfahren Sie hier:
www.1-avk.de
(einfach anklicken).
Auch eine Elektrostimulation kann bei
Gelenksarthrose eine Beschwerdelinderung
herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit
Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten
bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem
betroffenen
Gelenk
aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße
kann die Wirkung optimiert werden. Auch eine sog.
Hochtontherapie kann sehr hilfreich sein.
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche
Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen
Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist.
Manche Patienten mit Arth
rose empfinden allerdings lokale
Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können
ebenfalls einen chronischen
Schmerz lindern,
gleiches gilt für die
Wärmekammer.
Auch die
Magnetfeldtherapie (pulsierende
Signaltherapie) ist bei Arth rose eine gute
Indikation (=Anzeige).
Die Verordnung von Massagen ist auch bei Arth
rose nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm
sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur
zu unnötigen Kosten. Nahezu unverzichtbar ist die heilgymnastische Therapie,
da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.
Andere Maßnahmen:
Der Vollständigkeit halber darf die
Akupunktur nicht unerwähnt bleiben.
Hypnoide
(=
bewußtseinsverändernde) Verfahren
wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen
einer
psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie.
Bei einem chronischen, arth
rose bedingten Schmerz ist auch ein
Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.
Kommt man um eine Operation (künstlicher Gelenkersatz) nicht herum, weil z.B. durchblutungsfördernde Maßnahmen nicht, oder zu spät eingeleitet wurden, so bieten die Methoden der modernen Schmerztherapie optimale Voraussetzungen für eine nachfolgende Anschlußheilbehandlung (Anschlußrehabilitation). Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Hier gelangen Sie zu weiteren Dateien zum Thema "Gelenksarthrose":
Coxarthrose
Omarthrose
Gonarthrose
HandGelenksarthrose
SprungGelenksarthrose
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Aktualisiert: >11.03.2007</>
ku sB
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arterielle
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Arteriitis granulomatosa,
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Arthritis urica,
Arthropathia,
B
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C
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D
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E
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G
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